Das Diplomprojekt

Tagebuch einer HTL-Schülerin

Dass es noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, junge Frauen* in Österreichs HTLs anzutreffen, wissen wir. Wie es sich anfühlt, das einzige Mädchen* in der Klasse zu sein, warum sie Elektronik und technische Informatik macht, und mit was für Herausforderungen sie sich im Matura- UND Coronajahr sonst noch herumschlägt, erzählt Anna uns hier monatlich.


Heute werde ich mich kurzhalten, weil ich eigentlich gerade meine Diplomarbeit schreiben sollte… Aber, weil das einfach wesentlich mehr Spaß macht, werde ich euch anstatt Dessen einfach über das Diplomprojekt erzählen.

Am Ende der HTL Schullaufbahn wartet nämlich noch eine kleine (vielleicht mittelgroße) Hürde auf euch, nämlich das Abschlussprojekt. Die Abfolge ist einfach: Ihr findet euch in Teams, wählt ein Thema, konzipiert und baut einen funktionsfähigen Prototypen, dokumentiert das Ganze in eurer Diplomarbeit und haltet zum Abschluss eine Präsentation darüber. Dabei bekommt ihr auch noch Unterstützung von den Lehrer*innen. Klingt einfach, oder? Ist es eigentlich auch, kommt aber natürlich auf das gewählte Thema an.

Mein Team und ich machen unsere Arbeit in Kooperation mit einer Firma, was doppelt toll ist, weil wir erstens finanziert werden und zweitens Real-Life Einblicke ins Arbeitsleben und in aktuelle Technologien bekommen. Wir haben uns dafür entschieden, uns dem Thema autonomes Fahren zu widmen (genauso, wie die Firma, mit der wir zusammenarbeiten dürfen) und bauen ein Modellauto, das einen ihrer Fahrcomputer beinhaltet. Die Projektideen sind aber vielfältig und sehr unterschiedlich. Es ist empfehlenswert, eine HTL an einem Tag der offenen Tür zu besuchen, oft werden dort ehemalige Projekte ausgestellt.

Ich habe es zwar schon einmal erwähnt, wie cool die viele Praxis an den HTLs ist, aber nochmal: Projekte wie diese ermöglichen einem nicht nur, eigenes Wissen in der Praxis anzuwenden, sondern auch zu erleben, wie so ein Projekt geplant und umgesetzt wird. Auch wenn ich die Arbeit manchmal verfluche, bin ich sehr sicher, dass mir ohne dieses Projekt sehr viel technisches Knowhow fehlen würde. Denn etwas wirklich aufzubauen ist einfach anders, als einer Lehrperson zuzuhören.