Technikerin des Monats Mai: Brigitte Rudel

In Kinofilmen und den dazugehörigen Romanvorlagen kommen weibliche Professorinnen selten bis gar nicht vor.

Vielmehr werden in Uni-Filmdramen stereotype Klischees männlicher, weißer, elitärer Professoren wiedergegeben, die entweder vor allem auf Affären mit Studentinnen aus sind (wie etwa John Malkovich in „Schande“ oder Ben Kingsley in „Elegy oder die Kunst zu lieben“), oder es sind schrullige Wissenschafter, die sich in ihre Forschungen vergraben und ab und an an einer akademischen Sinnkrise leiden. Professorinnen kommen in Hollywood häufig nur als aufmüpfige Kunstdozentinnen in College-Filmen oder als depressive Klavierprofessorinnen vor (vgl. Sigrid Nieberle, 2013: „Die Professorin, das unbekannte Wesen„).

FIT Wien-Niederösterreich-Burgenland freut sich umso mehr, hier eine komplett andere Realität zeigen zu können: In unserem Projekt sind es starke, erfolgreiche Frauen, die den (zukünftigen) Studentinnen als Role Models dienen, sie mit ihren Erfahrungen in nach wie vor männlich dominierten Wissenschaftsfeldern bestärken und ihnen als tolle Vorbilder vorausgehen. Bei den FIT Infotagen sind es auch immer jene Frauen, die gut auf die Fragen der Schülerinnen eingehen können, wenn es um die Situation als Frau in der akademischen Welt der Technik- und Naturwissenschaften geht.

Mit der Reihe „Technikerin des Monats“ holen wir diese Frauen vor den Vorhang!

Beginnen möchten wir mit DIin Brigitte Rudel, die bei der SMS-Lounge der FIT Infotage 2017 engagiert die zahlreichen Fragen der Mädchen beantwortet hat und bei einem Workshop an der FH Wiener Neustadt, an der sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Studiengangsleiterin tätig ist, den jungen Frauen näher gebracht hat, wozu es ihr Fachgebiet Informatik braucht, wie Alltagsprobleme mit der Graphentheorie gelöst werden können, wie man einen digitalen Globus programmiert oder was eine Informatikerin so in ihrer Freizeit macht.

Hier ihr FIT Portrait:

Brigitte Rudel, Vermessungsingenieurin und Lehrende im Bereich Informatik

Meine Leidenschaft war schon im Gymnasium die Mathematik, aber welches Studium sollte ich wählen? Die Antwort fand ich im TU-Studienführer: „VermessungsingenieurInnen arbeiten viel in der freien Natur“. Stimmte auch – 7 Jahre habe ich auf Baustellen vermessen, Bildauswertungen organisiert, Grundstücke geteilt und auch ein Team geführt. Spät entdeckte ich dann als Universitätsassistentin an der Universität für Bodenkultur Wien meine Leidenschaft für die Lehre und begleite nun Studierende der Studienrichtung Informatik an der FH Wiener Neustadt durch ihren Ausbildungsweg. Was mich an der Technik so begeistert? Es wird mir einfach nicht langweilig und ich lehre heute eine Materie, die es zur Zeit meines Studiums noch gar nicht gab!