main-header

Skrna-Jackl, Isabella

Maschinenbauerin


Als Absolventin des neusprachlichen Zweigs einer „Mädchenschule“ mit großem Interesse und Begeisterung für Mathematik und Physik, begann ich im Herbst 1984 an der TU-Wien Allgemeinen Maschinenbau zu studieren. Von insgesamt 321 neu inskribierten StudentInnen in diesem Jahrgang war ich eine von 8 Studentinnen. Von Beginn des Studiums an erfuhr ich dabei ein außerordentlich kollegiales und hilfsbereites Verhalten von meinen StudienkollegInnen, wodurch die Begeisterung für das Fachgebiet durch ein positives soziales Umfeld zusätzlich bestärkt wurde. Sowohl durch die eigene Motivation als auch durch das Zusammenfinden einer Gruppe von 5 StudentInnen, die gemeinsam den Prüfungsstoff erarbeiteten, gelang es mir das Studium mit Auszeichnung in Mindestzeit abzuschließen. Schon während der Studienzeit fand ich Gefallen daran, mein erworbenes Wissen weiterzugeben. Als Tutorin am Institut für Mechanik löste ich dabei in Kleingruppen gemeinsam mit den Studenten mechanische Übungsaufgaben und half ihnen, sich für die Kolloquien vorzubereiten. Da ich mich während des Studiums im Bereich der Finiten Elemente Methode und der Faserverstärkten Kunststoffe vertiefte, fand ich sofort nach Abschluss des Studiums bei der Firma ORS (Österreichische Raumfahrt und Systemtechnik) eine Anstellung als Spannungsberechnungsingenieurin für Raumfahrtkomponenten. Ich erinnere mich dabei noch genau an die Worte meines Chefs beim Einstellungsgespräch: „ Wir sind der Meinung, dass Frauen anders an technische Probleme herangehen als Männer, das kann nur eine Bereicherung für unsere Firma sein und wir würden sie gerne in unserem Team aufnehmen.“ Sowohl das gute Arbeitsklima als auch der große Teamgeist in meiner Abteilung war eine sehr positive Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Seit Jänner 1991 bin ich am Institut für Leichtbau und Struktur-Biomechanik der TU-Wien als Universitätsassistentin beschäftigt. Im Lehrbereich bin ich hauptsächlich im Bereich des Leichtbaus involviert. Mein vorrangiges Ziel dabei ist es, den StudentInnen den Lehrstoff verständlich zu vermitteln und ihnen jederzeit Fragen einerseits zum Stoff aber auch zu damit verbundenem Grundlagenwissen freundlich, ausführlich und kompetent zu beantworten. Es liegt jedoch in der Eigeninitiative der StudentInnen dieses Service in Anspruch zu nehmen. In meinem Forschungsgebiet spezialisierte ich mich auf dem Gebiet der versteiften Strukturen aus faserverstärkten Kunststoffen und promovierte im Dezember 1994 zur Doktorin der technischen Wissenschaften. Neben der Lehrtätigkeit und der Forschungsarbeit war es für mich immer ein großes Anliegen, Schülerinnen mit technischem Interesse von der Möglichkeit und Durchführbarkeit eines Studiums an der Technischen Universität zu überzeugen. Bei Vorträgen im Rahmen des „Tags der offenen Tür“ der Fakultät Maschinenbau sowie bei der Berufsinformationsmesse als Vertreterin der Studienrichtungen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau war ich bestrebt Überzeugungsarbeit zu leisten. Mit der Zuteilung einer eigenen Vorlesung im Wintersemester 96/97 mit dem Titel: „Leichtbau mit faserverstärkten Werkstoffen“ war für mich die Möglichkeit gegeben, trotz Karenzzeit im technischen Bereich tätig zu bleiben. Durch die seither jährliche Abhaltung der Vorlesung biete ich interessierten StudentInnen die Möglichkeit sich in diesem Fachgebiet zu vertiefen. Nach einer fünfeinhalb jährigen Mutterschaftskarenz (3 Kinder) bin ich seit Oktober 2002 wieder halbtags am Institut für Leichtbau und Struktur-Biomechanik beschäftigt. Neben der Familie ist der Beruf für mich ein willkommener Ausgleich.


linie-transparent
main-footer