Thiele Orberg , Vivian

 

 

Vivian macht ihren Bachelor in Maschinenbau an der TU Wien.


Sprachen, die ich spreche:
Muttersprache(n):  Deutsch, Englisch, Portugiesisch sonstige Sprachen: Spanisch, Französisch

Das könnte ich mit meinem abgeschlossenen Studium machen:

Aerodynamische Optimierung von Rennautos, Gewichtsoptimierung von Flugzeugen, Windparkmodellierung mit CFD-Simulation, Stabilisierung der Flugbahn von Raumfahrzeugen, Forschung zur Effizienzsteigung der Solarenergie-Gewinnung, uvm.

Ich bin FIT Botschafterin, weil…

ich selbst durch eine FIT-Messe zu meinem Studium gekommen bin und Technik spannender ist, als es viele Mädchen vermittelt bekommen. Im Bereich der MINT-Fächer bekommen Mädchen oft von klein auf – bewusst oder unbewusst – eingetrichtert: „Das ist nichts für dich! Hier, spiel mit Barbie!“, während Burschen Chemiebaukästen, PC-Spiele und Werkzeuge in die Hand gedrückt werden. Schülerinnen und junge Frauen müssen sich deshalb aber nicht eingeschüchtert fühlen, wenn sie in der MINT-Welt mitmischen– es braucht bloß etwas Mut und mehr Selbstvertrauen!

Was ich alles einmal studieren/ werden wollte – meine Bildungslaufbahn:

Ich wollte als Kind/Jugendliche gerne Anwältin, Journalistin oder Politikerin werden, aber gleichzeitig haben mich naturwissenschaftliche Fächer immer schon interessiert. Mich hat auch als 13-Jährige die Chemie-HTL als Option interessiert, aber für meine Eltern war klar, dass ich auf das gleiche Gymnasium gehe, auf das auch meine Brüder schon gingen. Auf die Idee, dass ich selbst einmal die Technik, die uns umgibt und nicht mehr wegzudenken ist, mitgestalten könnte, bin ich erst durch FIT gekommen. Nach meinem AHS-Abschluss in Wien habe ich mich für Maschinenbau inskribiert. Im Übrigen kann ich Chemie heute nur begrenzt leiden.

Aus welchen Gründen habe ich mich schlussendlich für mein Studium entschieden?

Als Maschinenbauerin hat man am nationalen und internationalen Arbeitsmarkt sehr gute Chancen und verdient auch dementsprechend gut, da sind sich die Prognostizierenden einig. Die Ausbildung an der TU ist sehr anerkannt, breit aufgestellt und solide, weshalb man in vielen Bereichen und Unternehmen unterkommen kann. Unbezahlte Praktika sind in dieser Branche eher ein Fremdwort.

Ich bin heute sehr froh über meine Studienwahl, natürlich auch aus finanzieller Sicht. Die Wahrscheinlichkeit von Armut betroffen zu sein, ist bei Frauen höher und leider sind die Gehaltschancen für Frauen auch immer noch schlechter. Nicht nur, weil allgemein „traditionelle Frauenberufe“ weniger anerkannt und schlechter entlohnt sind, sondern auch weil Frauen allgemein in einer Gehaltsverhandlung, die über den Kollektivvertrag hinausgeht, oft schlechter aussteigen als ihre männlichen Kollegen im gleichen Beruf.

Mein Einstieg an der Uni war:

Aufregend, einschüchternd, faszinierend, intensiv und holprig. Ich habe lange Zeit gebraucht – auch aufgrund meiner Berufstätigkeit und privaten Hürden – mich im Studienalltag zu Recht zu finden und gut im Sattel zu sitzen. Gleichzeitig habe ich gleich meinen Spaß und die Freude an der Mathematik wiederentdeckt!

An meinem Studium besonders interessant finde ich:

Mathematik, Strömungsmechanik, Regelungstechnik, Werkstoffkunde, und eigentlich fast alles außer Fertigungstechnik!

Die Faszination für das Fach, das Engagement, die Reife und die Gelassenheit der Lehrenden

Mathematik, Informatik und Technik sind für mich eindeutige und klare Wissenschaften, weil es vereinfacht gesagt oft um die triviale Frage geht: Richtig oder falsch? Ich finde es angenehm, dass man sich hier nicht „rausreden“ kann oder unscharfe Aussagen machen kann, wie man es vielleicht von PolitikerInnen aus TV-Interviews kennt. Ich habe noch nie eine Endlos- oder Kreisdiskussion miterlebt, dafür wäre mir meine Zeit zu schade.

Nach einem anstrengenden Uni-Tag entspanne ich am liebsten, indem ich…

mit meiner Partnerin koche und anschließend Serien schaue.

Außer studieren – was ist für mich positiv am StudentInnenleben?

Flexibilität, Selbstständigkeit, Ermäßigungen, Erfahrungen sammeln: Lernen sich zu organisieren, effizient zu arbeiten und sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.

So schaut’s auf meinem Schreibtisch aus:

Der ist entweder leer und sauber, weil ich viel in der Bib lerne oder voller Klamotten, weil meine Partnerin den Schreibtisch gern als Ablage verwendet.

Meine Botschaft an Maturantinnen:

Gratuliere! Ein spannender Lebensabschnitt beginnt für dich. Geh deinen Weg, und falls du noch nicht weißt, wohin der führt, ist das auch voll okay. Der Weg ist das Ziel und wer langsam geht, geht weit!