Kernschmidt , Letitia

Letitia hat ihren Bachelor Internationale BWL und Wirtschaftsinformatik abgeschlossen und macht zurzeit ihren Master in Information Systems an der Wirtschaftsuniversität Wien.


Sprachen, die ich spreche:

Muttersprache(n): Deutsch, sonstige Sprachen: Englisch, Italienisch, Schwedisch

Das könnte ich mit meinem abgeschlossenen Studium machen:

Grundsätzlich gibt es eigentlich zwei Möglichkeiten: Die wissenschaftliche oder die wirtschaftliche Karriere. Persönlich möchte ich nach meinem Masterstudium gerne den wissenschaftlichen Weg anstreben und daher zunächst noch einen Doktor/PhD erlangen. Da Wirtschaftsinformatik aber eine ausgezeichnete Verbindung zwischen den fachlich sehr spezifischen Bereichen BWL und IT darstellt, bieten sich generell auch vielseitige Möglichkeiten in der Wirtschaft an. Dazu zählen z.B. IT-Management- oder IT-Beratungsaufgaben genauso wie Karrieremöglichkeiten im Bereich Software Engineering.

Ich bin FIT Botschafterin, weil

leider noch immer viel zu oft an veralteten Rollenklischees festgehalten wird und die mathematischen, technischen und analytischen Fähigkeiten von jungen Frauen unterschätzt oder sogar schlecht geredet werden. Da dadurch viele Frauen zu Unrecht von einer Karriere in technischen Bereichen absehen, ist es mir ein großes Anliegen, Vorbild zu sein, Maturantinnen zu ermutigen und aufzuzeigen, welch vielseitige Möglichkeiten ihnen in Wirklichkeit offen stehen.

Was ich alles einmal studieren/ werden wollte – meine Bildungslaufbahn:

Zu Beginn meines Studiums war ich felsenfest davon überzeugt, dass ein BWL-Studium genau das Richtige für mich ist. Daher kamen für mich auch alle Studienrichtungen an der WU in Frage; außer Wirtschaftsinformatik, denn das hatte ich von vornherein kategorisch ausgeschlossen. Nach mehreren mehr oder weniger erfolgreichen Semestern im Studienzweig Internationale BWL entdeckte ich aber, durch einige glückliche Zufälle, dass Wirtschaftsinformatik viel mehr zu meinen Interessen, meinem Können und meinen Vorstellungen passt. Inzwischen habe ich beide Bachelorstudienzweige erfolgreich abgeschlossen und befinde mich nun im ersten Semester des englischsprachigen Masterprogramms Information Systems.

Aus welchen Gründen habe ich mich schlussendlich für mein Studium entschieden? 

Allgemein waren meine Noten in IBW eher durchschnittlich als gut. Herausragende Leistungen erzielte ich nur in den mathematischen Fächern. Durch Zufall habe ich aber dann einen Informatik-Kurs an der WU besucht und war von Anfang an davon begeistert. Als ich mich daraufhin für eine IT-Spezialisierung bewarb und das jahrgangsbeste Ergebnis im Einstiegstest erzielte, wurde mir bewusst, dass meine Stärke eindeutig in diesem Bereich liegt. Aufgrund dieses einschneidenden Erlebnisses und den darauffolgenden sehr guten Noten, entschied ich mich dafür den gesamten Studienzweig Wirtschaftsinformatik zu absolvieren. Andere Aspekte spielten erst später eine Rolle für mich und waren daher eher Bestärkung und Bestätigung als Auslöser für meine Entscheidung. So wurde mir beispielsweise erst sehr viel später bewusst, dass ich es, im Vergleich zu meinen IBW-StudienkollegInnen, tatsächlich leichter habe, einen Job zu finden und dass diese häufig auch besser bezahlt sind.

Mein Einstieg an der Uni war …

nicht immer leicht, denn ich musste mich nicht nur an dem Campus, sondern auch in einem fremden Land und einer fremden Stadt ganz alleine zurecht finden. Es war nicht leicht den Stundenplan zusammenzustellen und eigenverantwortlich zu lernen, wenn Vorlesungen ohne Anwesenheitspflicht angeboten wurden. Zudem war ich anfangs davon überwältigt, wie viel bereits bei der ersten Prüfung von einem verlangt wird und jede Prüfung, die folgte, erschien mir schlimmer als das kurz zuvor abgelegte Abitur. Dennoch meisterte ich letztendlich jede Hürde und wuchs an meinen Aufgaben und bin rückblickend nun sehr stolz darauf, es geschafft zu haben.

An meinem Studium besonders interessant finde ich:

dass man völlig neue Aspekte über Gegenstände lernt, die man selbst tagtäglich verwendet. Man lernt wie Computer, Smartphones, das Internet usw. funktionieren, d.h. was tatsächlich im Hintergrund passiert, welche Prinzipien dafür wichtig sind und auch welche Gefahren zu beachten sind. Da ich mich besonders auf den Bereich IT-Security spezialisiert habe, weiß ich inzwischen, wie leicht es potentiellen HackerInnen häufig gemacht wird und wie ahnungslos und blauäugig gerade im wirtschaftlichen Bereich oft agiert wird. Die Sicherheitsthemen sind für mich daher besonders interessant und es ist für mich sicherlich ein sehr großer Ansporn hier später einmal einen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit leisten zu können.

Nach einem anstrengenden Uni-Tag entspanne ich am liebsten, indem ich …

erst einmal etwas richtig Leckeres esse, mit meiner Familie in Deutschland telefoniere und den Abend dann gemeinsam mit meinem Freund ganz gemütlich ausklingen lasse.

Außer studieren – was ist für mich positiv am StudentInnenleben?

Studentin zu sein bedeutet für mich vor allem die Chance zu haben, Dinge zu erleben, die einem sonst versagt bleiben. So sammelt man beispielsweise viel Lebenserfahrung beim Zusammenwohnen in einer StudentInnen-WG, taucht während mehrmonatigen Auslandssemstern tiefer in andere Länder und Kulturen ein, als das während eines Urlaubs jemals möglich wäre, schließt neue Freundschaften oder absolviert Praktika während der Semesterferien. Vor allem aber hat man als StudentIn die Freiheit sich im Leben zu orientieren, vieles auszuprobieren und die Welt (oft mit attraktiven Vergünstigungen) zu entdecken.

So schaut’s auf meinem Schreibtisch aus:

Kurz gesagt: Geordnetes Chaos 🙂 …aber es gibt immer eine volle Wasserflasche und Nervennahrung aka Schokolade.

Meine Botschaft an Maturantinnen:

Es ist in der Tat so, dass man euch in der Informatik manchmal erst dann richtig erstnehmen wird, wenn ihr nicht nur so gut wie die besten Männer, sondern sogar noch besser als diese seid. Dieser Aspekt sollte für euch aber stets mehr Ansporn als Abschreckung sein und ihr werdet genügend Beispiele sehen, in denen Frauen durch ihre herausragende Arbeit aus der Masse herausstechen. Das Allerwichtigste aber ist, dass ihr bei allen Jobs auf Lohngleichheit bestehen und euch niemals unter Wert verkaufen solltet.